Strompreis-Chronik Deutschland und Österreich

Die Chronik verbindet 37 Ereignisse von 1998 bis 2025 mit dem Haushaltsstrompreis. Den größten Sprung machte der Preis in Deutschland vom 2. Halbjahr 2022 auf das 1. Halbjahr 2023: von 33,57 auf 41,25 ct/kWh.
Jedes Ereignis ist mit seiner Quelle verlinkt (Stand der Quellen: 07.10.2026). Bei Ereignissen ab 2007 steht der Eurostat-Durchschnittspreis des jeweiligen Halbjahres dabei. Kategorien: Gesetz, Markt, Krise, Entlastung, Technik.
1998
EnWG-Neufassung öffnet den Strommarkt
Das Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts trat am 29. April 1998 in Kraft. Es setzte die EG-Richtlinie zum Energiebinnenmarkt um und ermöglichte diskriminierungsfreien Netzzugang dritter Stromanbieter. Damit wurde das Gebietsmonopol der Versorger aufgelöst.
1999
Stromsteuer als Teil der ökologischen Steuerreform
Die Stromsteuer wurde am 1. April 1999 im Rahmen der ökologischen Steuerreform eingeführt. Der Regelsatz liegt seit 2003 bei 2,05 ct/kWh.
Quelle: Wikipedia (Stromsteuer)
2000
Erneuerbare-Energien-Gesetz tritt in Kraft
Das EEG ersetzte das Stromeinspeisungsgesetz von 1991 und führte feste Einspeisevergütungen mit bundesweitem Ausgleichsmechanismus ein. Es trat am 1. April 2000 in Kraft.
Quelle: Wikipedia (EEG)
2001
Österreichs Strommarkt ist vollständig liberalisiert
Seit dem 1. Oktober 2001 kann jede Kundin und jeder Kunde den Stromlieferanten frei wählen. Davor hatte das ElWOG von 1998 den Markt nur schrittweise und noch nicht vollständig geöffnet.
2008
Erster negativer Strompreis an der Börse
Negative Strompreise traten an der EPEX Spot erstmals am 5. Oktober 2008 auf.
Quelle: Wikipedia (Negativer Strompreis) Haushaltspreis DE: 21,95 ct/kWh (2. Halbjahr 2008)
2011
Atom-Moratorium nach Fukushima
Am 14. März 2011, drei Tage nach der Katastrophe von Fukushima, kündigte die Bundesregierung das Atom-Moratorium an. Acht Reaktoren wurden vom Netz genommen und blieben dauerhaft abgeschaltet.
Quelle: Wikipedia (Atom-Moratorium) Haushaltspreis DE: 25,28 ct/kWh (1. Halbjahr 2011)
Bundestag beschließt 13. Atomgesetz-Novelle
Der Bundestag beschloss am 30. Juni 2011 das Dreizehnte Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes und machte damit die im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung rückgängig. Acht Kernkraftwerke wurden dauerhaft abgeschaltet, die übrigen neun bekamen feste Abschaltzeitpunkte.
Quelle: Wikipedia (Atomausstieg) Haushaltspreis DE: 25,28 ct/kWh (1. Halbjahr 2011)
2015
Sonnenfinsternis stellt das Stromnetz auf die Probe
Bei der partiellen Sonnenfinsternis am 20. März 2015 sagten Studien Leistungsgradienten von -400 bis +700 MW pro Minute voraus. Das deutsche Netz blieb stabil, ausgeglichen unter anderem durch Pumpspeicher und flexible Kraftwerke.
Quelle: Wikipedia (Sonnenfinsternis vom 20. März 2015) Haushaltspreis DE: 29,51 ct/kWh (1. Halbjahr 2015)
2017
EEG-Umlage erreicht 2017 den Höchstwert
Die EEG-Umlage stieg 2017 auf 6,88 ct/kWh, nach 6,35 ct im Vorjahr, und war damit der höchste Wert seit Einführung. Grund war vor allem der Rückgang der Börsenpreise, wodurch die Differenz zu den festen Vergütungen wuchs.
Quelle: WirtschaftsWoche (Zahlenreihe: stromauskunft.de) Haushaltspreis DE: 30,48 ct/kWh (1. Halbjahr 2017)
2018
Gebotszone Deutschland/Österreich wird getrennt
Am 1. Oktober 2018 startete das Engpassmanagement an der deutsch-österreichischen Gebotszonengrenze. Die Regulierer hatten es für einen sicheren Netzbetrieb im Winter genehmigt, die Day-Ahead-Umsetzung folgte am 30. September.
Quelle: TransnetBW
2020
Corona-Tief am Strommarkt
Am 21. April 2020 fiel der Day-Ahead-Preis zwischen 14 und 15 Uhr auf -83,94 EUR/MWh, den niedrigsten Wert des Jahres 2020. Der Jahresdurchschnitt lag bei 30,47 EUR/MWh, die Netzlast sank um 3,2 Prozent.
Quelle: Bundesnetzagentur Haushaltspreis DE: 30,43 ct/kWh (1. Halbjahr 2020)
2021
Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) tritt in Kraft
Das EAG (BGBl. I Nr. 150/2021) trat am 28. Juli 2021 in Kraft. Es zielt auf 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen (national bilanziell) bis 2030 und ersetzt Einspeisetarife durch Marktprämien.
Quelle: Schönherr (Rechtsanwälte); Ziel bestätigt durch RIS Haushaltspreis AT: 22,85 ct/kWh (2. Halbjahr 2021)
EEG-Umlage sinkt für 2022 auf 3,723 ct/kWh
Die Übertragungsnetzbetreiber gaben am 15. Oktober 2021 bekannt, dass die EEG-Umlage 2022 auf 3,723 ct/kWh sinkt, nach 6,500 ct im Vorjahr. Ein Bundeszuschuss von 3,25 Mrd. Euro senkte sie um weitere 0,934 ct/kWh.
Quelle: Amprion (Übertragungsnetzbetreiber) Haushaltspreis DE: 32,34 ct/kWh (2. Halbjahr 2021)
2022
Ökostrom-Pauschale 2022 wird ausgesetzt
Der Wirtschaftsausschuss beschloss am 11. Januar 2022 mit breiter Mehrheit eine EAG-Novelle, die die Erneuerbaren-Förderpauschale für 2022 aussetzt. Zusammen mit dem Entfall des Förderbeitrags sparte das einem Haushalt durchschnittlich 42 bis 44 Euro.
Quelle: Parlament Österreich Haushaltspreis AT: 22,49 ct/kWh (1. Halbjahr 2022)
Russland greift die Ukraine an
Der russische Angriff auf die Ukraine begann am Morgen des 24. Februar 2022. Durch den Überfall und seine Folgen stiegen weltweit die Preise für Energie und Lebensmittel.
Elektrizitätsabgabe wird fast auf null gesenkt
Für Vorgänge nach dem 30. April 2022 und vor dem 1. Jänner 2025 wurde die Elektrizitätsabgabe von 1,5 Cent auf 0,1 Cent je kWh gesenkt.
Quelle: energie.gv.at (Bundesministerium) Haushaltspreis AT: 22,49 ct/kWh (1. Halbjahr 2022)
EEG-Umlage fällt auf 0 ct/kWh
Der Bundestag beschloss am 28. April 2022 die Absenkung der EEG-Umlage auf null zum 1. Juli 2022. Die Förderkosten werden seither aus dem Bundeshaushalt bzw. dem Energie- und Klimafonds getragen, mit rund 6,6 Mrd. Euro jährlich.
Quelle: Deutscher Bundestag Haushaltspreis DE: 33,57 ct/kWh (2. Halbjahr 2022)
Rekordpreise am Day-Ahead-Markt im August 2022
Der durchschnittliche Großhandelspreis lag im August 2022 bei 465,18 EUR/MWh. Der höchste Day-Ahead-Preis betrug 871,00 EUR/MWh am Montag, 29. August, zwischen 19 und 20 Uhr.
Quelle: SMARD (Bundesnetzagentur) Haushaltspreis DE: 33,57 ct/kWh (2. Halbjahr 2022)
EU-Notfallverordnung deckelt Erlöse am Strommarkt
Die Verordnung (EU) 2022/1854 vom 6. Oktober 2022 begrenzt Markterlöse inframarginaler Erzeuger auf 180 EUR je MWh. Sie schreibt zudem ein verbindliches Ziel von 5 Prozent weniger Stromverbrauch in Spitzenzeiten vor.
Quelle: EUR-Lex
Nationalrat beschließt Stromkostenzuschussgesetz
Der Nationalrat beschloss am 13. Oktober 2022 das Stromkostenzuschussgesetz. Der Staat bezuschusst bis zu 2.900 kWh pro Jahr den Preisanteil zwischen 10 und 40 Cent/kWh, zunächst vom 1. Dezember 2022 bis 30. Juni 2024.
Quelle: Parlament Österreich Haushaltspreis AT: 23,70 ct/kWh (2. Halbjahr 2022)
Strompreisbremsegesetz (StromPBG) ausgefertigt
Das Gesetz wurde am 20. Dezember 2022 ausgefertigt. Es deckelt für Verbrauch bis 30.000 kWh pro Jahr den Preis bei 40 ct/kWh brutto für 80 Prozent des Verbrauchs. Es gilt für Strom, der nach dem 31. Dezember 2022 und vor dem 1. Januar 2024 verbraucht wird.
Quelle: gesetze-im-internet.de Haushaltspreis DE: 33,57 ct/kWh (2. Halbjahr 2022)
2023
Die letzten drei Atomkraftwerke gehen vom Netz
Am 15. April 2023 wurden Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 abgeschaltet. Die Atomstromproduktion sank von 32 TWh im Jahr 2022 auf 6,7 TWh im Jahr 2023.
Quelle: Wikipedia (Atomausstieg) Haushaltspreis DE: 41,25 ct/kWh (1. Halbjahr 2023)
Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende
Das GNDEW (BGBl. I Nr. 133/2023) wurde am 22. Mai 2023 ausgefertigt und am 26. Mai 2023 verkündet. Es novelliert das Messstellenbetriebsgesetz mit Preisobergrenzen und regelt Ausbau und Betrieb intelligenter Messsysteme.
Quelle: Bundesgesetzblatt Haushaltspreis DE: 41,25 ct/kWh (1. Halbjahr 2023)
Strompreisbremse wird nicht verlängert
Die Bundesregierung entschied am 28. November 2023, die Strompreisbremse nicht zu verlängern, sie endete am 31. Dezember 2023. Begründet wurde das mit gesunkenen Energiepreisen und dem Haushaltsloch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimafonds.
Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung Haushaltspreis DE: 40,20 ct/kWh (2. Halbjahr 2023)
Übertragungsnetzentgelte 2024 verdoppeln sich
Am 13. Dezember 2023 meldeten die Übertragungsnetzbetreiber 6,43 ct/kWh für 2024, nach 3,12 ct in 2023. Grund: Der zugesagte Zuschuss von 5,5 Mrd. Euro entfiel nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts.
Quelle: pv magazine Haushaltspreis DE: 40,20 ct/kWh (2. Halbjahr 2023)
Stromkostenbremse wird bis Ende 2024 verlängert
Der Nationalrat beschloss am 18. Dezember 2023 die Verlängerung der Stromkostenbremse bis 31. Dezember 2024. Bis 2.900 kWh gab es weiter bis zu 30 Cent Zuschuss, die Abgabensenkungen wurden mitverlängert.
Quelle: BMIMI (Infothek) Haushaltspreis AT: 27,48 ct/kWh (2. Halbjahr 2023)
2024
2023: Großhandelspreis halbiert, 301 negative Stunden
Der Day-Ahead-Durchschnittspreis sank 2023 auf 95,18 EUR/MWh, nach 235,45 EUR/MWh 2022. Es gab 301 Stunden mit negativen Preisen, 2022 waren es 69.
Quelle: Bundesnetzagentur Haushaltspreis DE: 39,51 ct/kWh (1. Halbjahr 2024)
Dunkelflaute treibt Day-Ahead-Preis auf 936 EUR/MWh
Am 12. Dezember 2024 erreichte der Day-Ahead-Preis in der Stunde von 17 bis 18 Uhr maximal 936 EUR/MWh. Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt fanden keine Hinweise auf missbräuchliches Verhalten.
Quelle: SMARD (Bundesnetzagentur) Haushaltspreis DE: 39,43 ct/kWh (2. Halbjahr 2024)
Stromkostenbremse endet in Österreich
Die Unterstützung ist mit 31. Dezember 2024 ausgelaufen, seither zahlen Haushalte wieder den regulären Verbrauchspreis ihres Tarifs. Die auf 0,1 Cent gesenkte Elektrizitätsabgabe galt nur bis Ende 2024.
Quelle: Wien Energie Haushaltspreis AT: 24,37 ct/kWh (2. Halbjahr 2024)
Smart-Meter-Ziel von 95 Prozent übertroffen
Die IME-VO verlangte bis Ende 2024 eine Ausrollungsquote von 95 Prozent. Erreicht wurden 96,9 Prozent, rund 6,5 Millionen Zählpunkte.
Quelle: E-Control (Monitoringbericht Smart Meter 2025) Haushaltspreis AT: 24,37 ct/kWh (2. Halbjahr 2024)
2025
Dynamische Stromtarife für alle Lieferanten Pflicht
Nach § 41a EnWG müssen seit 1. Januar 2025 alle Stromlieferanten dynamische Tarife anbieten, für Kunden mit intelligentem Messsystem. Zuvor galt die Pflicht nur für Lieferanten mit mehr als 100.000 Kunden.
Quelle: gesetze-im-internet.de Haushaltspreis DE: 38,35 ct/kWh (1. Halbjahr 2025)
Smart-Meter-Pflichteinbau startet
Seit Januar 2025 müssen Verbraucher ab 6.000 kWh Jahresverbrauch, Erzeuger ab 7 kW und Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen ein intelligentes Messsystem erhalten. Die Rollout-Phase soll bis Ende 2030 zu mindestens 95 Prozent abgeschlossen sein.
Quelle: Haufe Haushaltspreis DE: 38,35 ct/kWh (1. Halbjahr 2025)
Solarspitzengesetz gilt
Das Gesetz wurde am 24. Februar 2025 im Bundesgesetzblatt verkündet und gilt ab 25. Februar 2025. Neue PV-Anlagen ab 2 kW erhalten bei negativen Strompreisen keine EEG-Vergütung mehr, die Förderung kann nachgeholt werden.
Quelle: pv magazine Haushaltspreis DE: 38,35 ct/kWh (1. Halbjahr 2025)
Day-Ahead-Handel auf 15-Minuten-Produkte umgestellt
Im Day-Ahead-Markt (SDAC) gilt die 15-Minuten-Marktzeiteinheit seit dem Liefertag 1. Oktober 2025, Handelstag war der 30. September 2025. Statt 24 Stundenpreisen entstehen seither 96 Viertelstundenpreise pro Tag.
Quelle: Austrian Power Grid (APG)
Bundestag beschließt 6,5 Mrd. Euro Netzentgelt-Zuschuss
Der Bundestag beschloss am 13. November 2025 einen Zuschuss von 6,5 Mrd. Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds zu den Übertragungsnetzkosten 2026 (neuer § 24c EnWG). Für 2027 bis 2029 sind laut Bundesregierung jährlich 5,525 Mrd. Euro vorgesehen.
Quelle: Deutscher Bundestag Haushaltspreis DE: 38,69 ct/kWh (2. Halbjahr 2025)
Nationalrat beschließt Elektrizitätswirtschaftsgesetz
Der Nationalrat beschloss das ElWG als Teil des Günstiger-Strom-Gesetzes am 11. Dezember 2025 mit 116 zu 47 Stimmen, der Bundesrat folgte am 17. Dezember. Es sieht unter anderem einen Sozialtarif, Vorauszahlungszähler und das Recht auf Ratenzahlung vor.
Quelle: Parlament Österreich Haushaltspreis AT: 32,72 ct/kWh (2. Halbjahr 2025)
Elektrizitätsabgabe wird 2026 erneut gesenkt
Der Nationalrat beschloss am 16. Dezember 2025 die Senkung der Elektrizitätsabgabe für 2026. Für Haushalte sinkt sie von 1,5 auf 0,1 Cent/kWh, für Unternehmen auf 0,82 Cent/kWh. Die Maßnahme ist auf ein Jahr befristet.
Quelle: Parlament Österreich Haushaltspreis AT: 32,72 ct/kWh (2. Halbjahr 2025)